Senfkorngottesdienst November 2006 Nicht Gott, sondern Glauben lehrt beten
"Nicht Gott, sondern Glauben lehrt beten" lautete das Thema des Senfkorngottes-dienstes, der in der Warmbacher St. Gallus-Kirche am 16.
November stattfand. Im Mittelpunkt stand das Evangelium (LK 18,1-8) mit der Geschichte von der Witwe und vom gottlosen Richter:
"In jener Zeit sagte Jesus zu seinen Jüngern: Es ist nötig, dass ihr betet, und zwar zu jeder Stunde, und darin nicht müde werdet und er
erzählte eine Geschichte: In einer Stadt lebte ein Richter, der von Gott nichts hielt und auf keinen Menschen Rücksicht nahm. In derselben
Stadt lebte auch eine Witwe, die kam immer wieder zu ihm und bat ihn: Hilf mir! Verschaffe mir Recht gegen meinen Prozessgegner! Lange wollte
er davon nichts wissen. Dann aber sagte er sich: Ich halte zwar nichts von Gott, mich interessieren auch die Leute nicht, trotzdem will ich
dieser Witwe zu ihrem Recht verhelfen, denn sie lässt mich nicht in Ruhe. Sonst kommt sie am Ende noch und schlägt mich ins Gesicht.
Und Jesus fügte hinzu: Hört gut zu, was dieser Richter sagt, dem am Recht doch so wenig gelegen ist! Und wenn schon ein solcher Mensch
schließlich bereit ist, dem Recht Geltung zu schaffen, meint ihr nicht, Gott werde denen zu ihrem Recht verhelfen, die er liebt und die zu
ihm rufen Tag und Nacht, auch wenn es sich mit seiner Hilfe lange hinzieht? Ich sage euch: Er wird ihnen in Kürze helfen! Nur: (Das
Umgekehrte bleibt eine Frage!) Glaubt ihr, dass der Menschensohn, wenn er kommt noch Glauben unter den Menschen vorfinden wird?"
Gedanken zum Evangelium:
Dieses Gleichnis vom Richter
und der Witwe hat mehrere Bedeutungsebenen und es lohnt sich, einige noch einmal kurz zu betrachten und zu bedenken: Vielleicht wollte das
Gleichnis ursprünglich sagen: Wenn selbst schon ein so abgebrühter Geselle wie dieser Richter seine Einstellung ändern kann, dann ist das
doch wohl auch euch möglich – angesichts des Reiches Gottes. Jesus hätte das Gleichnis zu Leuten sagen können, die sich nicht zutrauten,
einen neuen Weg einzuschlagen.
Das Gleichnis lässt sich aber auch so verstehen, das hinter der Gestalt des ungerechten Richters sich
nicht Menschen, sondern Gott verbirgt: Vielleicht gab es Leute, die nach all den Erfahrungen, die sie gemacht hatten, nicht mehr glauben
konnten, dass Gott überhaupt noch etwas an den Menschen liegt, dass er überhaupt je einmal eingreifen werde.
Ihnen würde dann im Gleichnis gesagt: Wenn schon dieser menschenverachtende Richter schlussendlich dazu gebracht werden kann, seines Amtes
zu walten, um wie viel mehr wird sich Gott für euch einsetzen, für euch, die ihr ihm doch überhaupt nicht lästig, im Gegenteil: die ihr für
ihn etwas Besonderes seid? Vielleicht geht es aber insgesamt gar nicht so sehr um den Richter, als viel mehr um die rechtlose Witwe:
Sie hat durch ihre Aufsässigkeit, durch ihre Unverschämtheit den Richter umgestimmt und zum Handeln bewegt. Lukas, der wie kein anderer
Evangelist am Gebet interessiert war, wollte am Beispiel der Witwe zeigen, wie wichtig die Beharrlichkeit im Beten ist: So wie die Witwe
durch ihre Beharrlichkeit den Richter zu bewegen vermochte, so dürft auch ihr nicht nachlassen im Beten und dürft immer wieder vor Gott
hintreten. Das Gebet ist keine Pflichtübung, sondern gibt unserem christlichen Glauben seinen unverwechselbaren Ausdruck: zu glauben gegen
alle bessere Einsicht, zu hoffen, gegen alle Hoffnung und Gott um das "Unverschämteste" und Größte zu bitten, was wir uns vorstellen können:
Dass sein Reich kommt, dass seine Herrschaft anbricht und alle anderen Herren dieser Welt endlich entmachtet werden. * * * * *
In einem Gebet der Stille konnte jeder Mitfeiernde mit einem Stück Knet gestalterisch Möglichkeiten finden, seinem Gebetsanliegen, seinem
Dank, seiner Bitte, seinem Flehen oder seinem Lob Ausdruck geben.
 Gebetsanliegen nehmen Form an |
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Gegen Ende des Gottesdienstes wurden die Kinder des 3. Schuljahres aus Warmbach in die Mitte gerufen und gesegnet. Vikar Manuel Grimm
überreichte den drei Gruppen jeweils eine Kerze, die sie in ihrer Vorbereitungszeit auf die Erstkommunion als Licht Gottes begleiten wird.
Gebet für die Kinder: Gott, du Quelle des Lebens, Du hast uns diese Kinder anvertraut.
Wir freuen uns, und sind dankbar. Wir freuen uns über alle guten Anlagen, die wir an ihnen entdecken.
Wir freuen uns, wenn sie gesund sind und heranwachsen. Wir freuen uns, wenn wir miterleben dürfen, wie sie sich entfalten.
Wir wollen ihnen helfen sich zu entwickeln und ihren Glaubensweg und Lebensweg zu finden.
In diesem Bemühen schenke Du uns Geduld, Liebe und Kraft. Vor allem schenke uns und unseren Kindern deinen Segen:
Freunde, die verstehen und helfen, Glaube und Liebe, die unser Denken und Tun durchdringen können,
Gesundheit an Leib und Seele und einen wachen Geist. Und wenn wir auf die falschen Wege geraten, dann führe uns wieder zurück.
Bleib bei unseren Familien und bei unseren Gemeinden. Bleib bei einem jeden von uns, denn wir alle brauchen dich. Amen.

Vikar Manuel Grimm überreicht die Kerzen an die Erstkommunikantengruppen
Nach dem Segen hatte man – wie bei jedem Senfkorngottesdienst - noch Gelegenheit bei einem Glas Saft oder Wein die Eindrücke des
Erfahrenen und Gehörten in einem Gespräch mit anderen zu teilen.

Zusammensein bei Gespräch ... |

... und Getränken |
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Wenn Sie der Gottesdienst auf eine besondere Weise berührt hat und Sie ein ausführlicheres Gespräch wünschen, können Sie gerne einen
Gesprächstermin mit Michael Kleiner (Tel. 2359) ausmachen. Der nächste Senfkorngottesdienst findet am Samstag, den 16. Dezember um 18
Uhr in der St. Gallus-Kirche in Warmbach statt. Ihr Senfkornteam Bärbel, Lilli, Bettina, Michael, Sigrid, Steffi und Udo
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