Predigt zum Fastnachtssonntag, 22.02.09 von Vikar Jens Maierhof

Der Apostel Paulus sagt einmal:
Wir sind Narren um Christi willen.
Der Christ als Narr?
Scheint in diese närrische Zeit zu passen, aber nicht nur in diese.
Aber dazu später mehr.

Ganz gleich wie man zur Fasnacht steht,
zu all dem närrischen Treiben,
eines ist meine feste Überzeugung:
Die Freude, der Humor, das Lachen – auch über sich selbst
gehört wesentlich zum Christsein dazu.
Das Kennzeichen eines guten Christen ist nicht seine sauertöpfische Mine,
nicht sein frommes In-Sich-Gekehrt-Sein
und auch nicht der todernste Blick während des Gottesdienstes –
als seien wir hier auf einer Trauerfeier.

Der Vorwurf eines Kirchenfernen namens Friedrich Nietzsche,
mag zutreffend sein:
„Zuerst müssten die Christen frohere Gesichter machen
und fröhlichere Lieder singen,
ehe man an ihre Botschaft glauben könnte.“

Es geht jedoch nicht um eine oberflächliche Freude
Oder um schlechte und zotige Witze, 
die gerne in der Fasnacht gerissen werden.
Es geht um einen froh machenden und damit um einen lebendigen Glauben.
Und Menschen, die andere ausgrenzen,
Christen, die sich für besonders fromm halten
Und anderen das Kirche-Sein absprechen,
die nur sich für die allein-seligmachende Kirche halten –
wie die vier Bischöfe der Piusbruderschaft,
die haben nach meinem Empfinden keinen Platz in der Kirche Jesu Christi.
Die wollen doch nur anderen ein schlechtes Gewissen machen,
sind humorlos, intolerant und geschichtsvergessen
spielen mit dem Papst Katz und Maus,
halten sich selbst für besser
und meinen ganz genau zu wissen,
was Gott will.
Diese Christen sind mir verdächtig
und auf die kann ich leichten Herzens verzichten.

Wir brauchen heute mehr denn je eine Kirche,
die offen und einladend ist,
die auch über sich und ihre Fehler und Macken mal lachen kann.
Wir brauchen auch eine Kirche,
die klar Stellung bezieht,
in den wichtigen Fragen des Lebens
die sich in den Augen der Welt auch mal zum Narren macht.
Wir brauchen eine prophetische Kirche,
die nicht rückwärtsgewandt vergangenen Tagen nachtrauert,
die immer sagt: Früher war alles besser.
Wir brauchen eine Kirche,
die froh und vertrauend in die Zukunft geht.
Denn wir Christen wir glauben an einen Gott, der all dies verkörpert,
der offen und einladend,
der durchaus Humor hat,
sonst hätte er es nicht so lang mit uns Menschen ausgehalten.