Badische Zeitung vom Dienstag, 30. September 2008

Dorfhelferinnen — damit jemand da ist
Seit 30 Jahren gibt es eine Station in Rheinfelden /
Kooperation mit der Sozialstation

Von unserer Mitarbeiterin Claudia Gempp


FOTO: CLAUDIA GEMPP

RHEINFELDEN. Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der St. Josefs-Kirche und anschließendem Stehempfang im Pfarreizentrum feierte am Sonntag die Dorfhelferinnen-Station Rheinfelden ihr 30-jähriges Bestehen. Viele Gäste würdigten die Einrichtung, bei der es sich um eine Kooperation des Dorfhelferinnenwerks Sölden und der kirchlichen Sozialstation handelt. Den Gottesdienst zelebrierten der katholische Pfarrer Anton Frank und die evangelische Pfarrerin Regine Klusmann. Beide gingen auf die Bedeutung von Liebe und Barmherzigkeit ein und spannten so einen Bogen zum Dienst der Dorfhelferinnen, die da sind für in Not geratene Familien, wenn ein Elternteil etwa durch Krankheit, Kur oder Klinikaufenthalt ausfällt. "Wie sieht Barmherzigkeit im heutigen gesellschaftlichen Leben aus?" Diese Frage beantwortete Pfarrer Frank unter anderem so: "Ich höre dir zu; ich gehe ein Stück mit dir, ich besuche dich, ich bete für dich" und Pfarrerin Klusmann hob hervor, dass sich die Helferinnen immer von ihrem Glauben getragen wissen und dass ihre Aufgabe ihrem Leben nicht nur Sinn und Erfüllung gebe, sondern auch die Gewissheit, "das was ich tue, ist richtig und gut".

Die drei derzeit in Rheinfelden aktiven Dorfhelferinnen gestalteten den Gottesdienst mit, indem sie berichteten, wie verschiedenartig ihr Arbeitsalltag aussieht. Als schönes Symbol für das Licht, die Wärme und Kraft auf ihrem täglichen Weg durften die Dorfhelferinnen am Ende des Gottesdienstes eine brennende Kerze in Empfang nehmen.

Es sei genau diese Vielfalt, warum sie den Beruf gewählt habe, erklärte Elisabeth Willmann, mit 33 Jahren die Jüngste im Team und erst seit anderthalb Jahren dabei. Es wäre nie langweilig, die Kinder, der Haushalt oder andere praktische Arbeiten "das alles liebe ich an meiner Tätigkeit und ich habe immer das Gefühl, dass ich gebraucht werde".

Die Sozialstation habe zu einem Stehempfang eingeladen, weil passend zum Gottesdienst und dem Berufsbild auch hierzu der Austausch und das Miteinander gehören, erklärte Rolf Steinegger, Geschäftsführer der Sozialstationen im Caritasverband bei seiner Begrüßung. Als seinerzeit die Kooperation zustande kam, habe man sich bewusst für die Bezeichnung Dorfhelferinnen-Station entschieden: "Die wertvolle Arbeit der Dorfhelferinnen ist mehr als ein Pflegedienst und ein ganz elementarer Teil der Sozialstation ist", sagte er.

Im Namen des Dorfhelferinnenwerks bedankte sich die Vorsitzende Brigitte Benzing-Haege, beim Rheinfelder-Team "nicht nur für die Arbeit, die sie tun, sondern vor allen auch für die Zuwendung und Hinwendung die hinter dem Ganzen steht" . Sie denke dabei besonders an die Kinder. Wenn die Mutter plötzlich ausfällt, sei es für deren Urvertrauen das Wichtigste zu wissen: "Ja, es ist jemand für uns da".