Badische Zeitung vom Montag, 15. Januar 2007

Jetzt müssen die Herzen Ja sagen
Erster gemeinsamer Gottesdienst der neuen Seelsorgeeinheit Rheinfelden
Pfarrer Frank: Noch viel muss geleistet werden

Von unserem Mitarbeiter Heinz Vollmar


Die Porträts der drei Kirchenpatrone (von links) St. Gallus, St. Felix und Regula und St. Josef wurden im ersten gemeinsamen Gottesdienst der neuen Seelsorgeeinheit in den Kirchenraum getragen.
(FOTO: HEINZ VOLLMAR)

RHEINFELDEN. Mit dem ersten gemeinsamen Festgottesdienst der Seelsorgeeinheit besiegelten gestern die Gläubigen der katholischen Pfarrgemeinden St. Josef Rheinfelden, St. Felix und Regula Nollingen und St. Gallus Warmbach nun auch im geistlichen Sinne die praktische Umsetzung des Kooperationsvertrages, der am 8. Oktober vergangenen Jahres die Errichtung der Seelsorgeeinheit durch Erzbischof Robert Zollitsch beschloss.

Eingeleitet wurde der dazu notwendige Entwicklungsprozess bereits im Jahre 2000. Mit ausschlaggebend für die Errichtung einer gemeinsamen Seelsorgeeinheit aller drei katholischen Pfarreien war die Tatsache, dass die Warmbacher Pfarrei St. Gallus bereits seit Jahren vom Rheinfelder Pfarrer mit betreut wurde. Nach dem Weggang von Pfarrer Wolfgang Gassmann von der Pfarrei St. Josef wurde die Rheinfelder Pfarrei vom Nollinger Pfarrer Anton Frank betreut. Es war somit nur noch eine Frage der Zeit bis es zur Gründung der gemeinsamen Seelsorgeeinheit nach den Vorgaben der Bistumsleitung kommen konnte. Die "Pastoralen Leitlinien" des Erzbischofs, die im November 2005 in Kraft gesetzt wurden, taten ein Übriges, um diesen Schritt Wirklichkeit werden zu lassen.

Als Leiter der Seelsorgeeinheit fungiert Pfarrer Anton Frank, der gestern auch den gemeinsamen Festgottesdienst zelebrierte. In diesem Gottesdienst, an dem sich alle drei katholischen Pfarrgemeinden beteiligten, erinnerte der Geistliche daran, dass "nun auch den Herzen Gelegenheit gegeben werden muss, Ja zur Seelsorgeeinheit zu sagen, nachdem der Kopf bereits Ja dazu gesagt hat" . In Bezug auf die nun bestehende Seelsorgeeinheit sagte Pfarrer Frank, dass noch viel geleistet werden müsse, um alle drei Pfarreien zusammenwachsen zu lassen. Wörtlich erinnerte er an eine Hochzeit, im biblischen Sinne an die Hochzeit von Kanaa, wo man zunächst auch Menschen treffe, die man gar nicht oder nur wenig kenne. In Bezug auf die Seelsorgeeinheit gehe es jetzt darum in allen Bereichen der Seelsorge zueinanderzufinden. Freudig nahm er zur Kenntnis, dass für viele die Grenzen der Pfarreien fließend geworden sind.

Das Leben der drei Kirchenpatrone, St. Josef, St. Gallus und St. Felix und Regula sowie die Bedeutung für die neu geschaffene Seelsorgeeinheit Rheinfelden skizzierten während des Festgottesdienstes Paul Schmidle für die Pfarrei St. Josef, Birgitta Altenstetter für die Pfarrei St. Felix und Regula Nollingen und Sigrid Gallmeister für die Pfarrei St. Gallus in Warmbach. Alle drei Vertreter der Pfarrgemeinden verwiesen auf die große Vorbild- und Leitbildfunktion der Patrone, auf deren Grundlage die Pfarrgemeinden in der gemeinsamen Seelsorgeeinheit nunmehr zusammenwachsen und lebendig sein können. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom Gospelchor St. Josef, vom Adonai-Chor St. Gallus sowie einem gemischten Chor. Nach dem Gottesdienst lud die Seelsorgeinheit zu einem gemeinsamen Stehempfang und zum besseren Kennenlernen ins Pfarreizentrum St. Josef ein.