Badische Zeitung vom Dienstag, 5. Dezember 2006
Ein Nutzeffekt für alle Gemeinden Am 1. Januar startet die Seelsorgeeinheit der Pfarrgemeinden St. Josef, St.
Gallus und St. Felix und Regula / 7200 Katholiken
RHEINFELDEN. Das Gemeinsame sehen und neue Schwerpunkte setzen in der Gemeindearbeit von St. Josef, St. Gallus sowie St. Felix und
Regula verbindet sich als Herausforderung und Zielsetzung für die junge Seelsorgeeinheit der drei Pfarreien, zu der 7200 Katholiken gehören.
Dabei legen Pfarrer Anton Frank und seine kirchlichen Mitarbeiter Wert auf eigenständige Profile in der Gemeindearbeit vor Ort und den Ausbau
der Glaubensbegleitung für Erwachsene sowie klare Aufgabenverteilung. Trotz des Priestermangels fehlt es dafür nicht an Mitarbeitern.

Leiten die Seelsorgeeinheit (von links): Pfarrvikar Manuel Grimm, Diakon
Michael Schmidt, Gemeindereferent Michael Kleiner, Pastoralreferent
Matthias Wößner, Pfarrer Anton Frank (FOTO: INGRID BöHM-JACOB)
Von unserer Redakteurin Ingrid Böhm-Jacob
Im Januar wird die Seelsorgeeinheit die so genannte "Errichtung" als
offizielles Fest feiern. An der Form arbeitet eine Gruppe aus den drei
Gemeinderäten. Doch bereits heute spielt sich die Vereinbarung ein. St.
Josef mit der größten Kirche bildet mit 4600 Katholiken dabei die
Mittelpunktpfarrei und ist auch Dienstsitz von Pfarrer Anton Frank. Er hält
hier die Gottesdienste im Wechsel mit Pfarrvikar Manuel Grimm, ist für die
Liturgie und die Sakramente zuständig und leitet die Seelsorgeeinheit auch
in allen Verwaltungsangelegenheiten. Dazu gehört als weiteres
Aufgabengebiet auch die seelsorgerische Betreuung im St. Josefshaus in Herten.
Einmal wöchentlich ist das Pfarrbüro Treffpunkt für die Dienstbesprechung.
Schließlich gilt es im Sinne der Pastoralleitlinien zu wirken. Wie beim
Pressegespräch gesagt wurde, betrachte man sich noch in der Findungsphase.
Doch Pfarrer Frank zeigt sich mit der Entwicklung bereits "sehr zufrieden"
Denn "Neuanfang bietet Chance und ist auch Abschied" , meint Diakon Michael
Schmidt. Seine Arbeitsschwerpunkte umfassen die Gestaltung der
Familiengottesdienste, die Leitung des Kinderchors St. Josef, aber auch
Beerdigungen, Trauungen und Taufen. Im Zuge der Seelsorgeeinheit ist er
seit Neuestem für Glaubenskursen für Erwachsene zuständig.
Neu im Team engagiert sich seit September Pastoralreferent Matthias Wößner.
Durch ihn werden eine Reihe neuer Angebote möglich. So wird er erstmals
Bibelstunden im Kindergarten anbieten und Exerzitien im Alltag (zur
Fastenzeit). Neu zum seelsorgerischen Einzugskreis gehört für ihn auch die
Seelsorge in der Frauenklinik neben der Fortsetzung der seelsorgerischen Arbeit im Kreiskrankenhaus.
Zudem gibt Matthias Wößner Religionsunterricht an der Goetheschule, ist für
die Ministranten in St. Felix und Regula in Nollingen zustande, die
Vorbereitung der zentralen Firmung und das Halten von Glaubenskursen. Vikar
Manuel Grimm ist ebenfalls für die Liturgie und Kasualien zuständig in den
drei Pfarreien, die Firmvorbereitung, Ministrantenarbeit und erteilt Religionsunterricht.
Als Fünfter im Bunde engagiert sich seit 19 Jahren Michael Kleiner als
Gemeindereferent im Religionsunterricht, als hauptamtlicher Ansprechpartner
in Warmbach, in Erstkommunionbegleitung, Jugendarbeit und die moderne
Kirchenmusik. Dass alle pastoralen Berufe in der Seelsorgeeinheit vertreten
sind, stimmt Pfarrer Anton Frank trotz großen Aufgabenfelds zuversichtlich.
Damit die gewachsenen Strukturen in den Gemeinden erhalten bleiben und sich
Neues dennoch entwickelt dient der Verständigung ein zentrales Pfarrblatt und seit vier Wochen auch eine Homepage.
Die gemeinsame Klausur der Pfarrgemeinderäte aus den drei Gemeinden, bei
der die Ziele für die nächste Zeit erarbeitet wurden, trägt bereits
Früchte. Insgesamt gilt im Pfarrbüro der Satz zur Seelsorgeeinheit: "Es
geht nicht darum abzureißen was besteht, sondern Synergien zu gewinnen" .
Dabei wird nicht nach dem Prinzip aus "Drei mach eins" verfahren, wie Matthias Wößner betont.
Die Zahl der Gottesdienste kann im gewohnten Maß beibehalten werden und
auch in der Ökumene "gibt es in der neuen Seelsorgeeinheit keine
Berührungsängste" , sagt Pfarrer Anton Frank. Bibelwoche, ein gemeinsamer
Himmelfahrtsgottesdienst und ein Erzählzelt auf dem Weihnachtsmarkt, einen
ökumenischen Arbeitskreis und gemeinsame Trauerarbeit zitiert Frank als Beispiele.
Trotz vieler Termine sind sich alle Pastoralmitarbeiter mit Pfarrer Frank
einig — die neue Seelsorgeeinheit bringt einen "Nutzeffekt für alle Gemeinden". |